Folgen der Scheidung


Wenn Eltern sich streiten und nicht wieder versöhnen, kann es zur Trennung oder gar zur Scheidung kommen. Nicht alle Probleme werden gelöst oder können gelöst werden. Manchmal erscheint es einfacher, dem Problem aus dem Weg zu gehen, sich von dem Partner zu trennen, den man doch einmal so geliebt hat.
Dies ist nicht nur eine finanzielle, sondern auch eine starke psychische Belastung für die Eltern und vor allem für die Kinder. In dieser Phase brauchen Kinder mehr Zeit als sonst, doch diese haben die Eltern verständlicherweise nicht, da sie während der Scheidungsphase genug eigene Probleme haben. Dies hat zur Folge, dass das Kind vernachlässigt wird und sich somit oft selbst überlassen bleibt.

Viele von uns befragte Scheidungskinder (61 %) haben sich an ihre Verwandten gewandt, um mit ihnen über ihre Probleme zu reden. Die Grosseltern, Tanten und Onkels wurden am häufigsten zu Rate gezogen. Die Geschwister werden oftmals auch miteinbezogen. Sie geben sich gemeinsam Halt und verstehen einander, da sie sich beide in der gleichen Situation befinden.
Scheidungskinder wollen die Eltern nicht noch zusätzlich mit ihren Sorgen belasten, da sie das unsichere Familienklima nicht weiter in die Tiefe ziehen wollen.

Die Scheidung benachteiligt vor allem die Kinder. Ihre bisherige Welt geht in die Brüche. Die Kinder sind auf sich alleine gestellt und bekommen keine Unterstützung von den Eltern. Dazu streiten die Eltern vielmals, was die Kinder noch mehr zur Wut und Trauer verleitet. Also ziehen sie sich vermehrt zurück.
Die Kinder vermissen es, etwas mit der Familie zu unternehmen. Und dies dauert oft eine lange Zeit an, da die Scheidung eine langwierige Angelegenheit ist. Wenn die Scheidungsphase dann schlussendlich abgeschlossen ist, reduzieren sich die Probleme der Kinder jedoch nicht allzu sehr. Nach der Scheidung hat nun ein Elternteil wieder die Möglichkeit, Zeit für sein Kind zu investieren, aber das Kind sehnt sich natürlicherweise auch nach dem anderen Elternteil. Und auch wenn sie ihn in regelmässigen Abständen besuchen dürfen, reicht das nicht aus, um die Gefühle, die für ihn bestehen, zu befriedigen.


Die Scheidung ermöglicht jedoch auch vielen Scheidungskindern erhebliche Vorteile. So haben beispielsweise 4 % der von uns befragten Scheidungskinder die Erlaubnis erhalten, ein Haustier zu halten. Als sie hingegen noch mit beiden Elternteilen zusammenlebten, war meist der Vater der Haustieranfechter.
Das Haustier kann über die Trauer hinwegführen, wobei es zugleich auch Verantwortungsbewusstsein des Besitzers fördert.

Auch wurde durch unsere Umfragen in Erfahrung gebracht, dass 12 % der Scheidungskinder nun doppelt so oft in die Ferien reisen können, da die Mutter sowie auch der Vater in die Ferien gehen, jedoch nicht zusammen.
Der grösste Vorteil von Scheidungskindern ist allerdings nicht nur die vermehrte Reisemöglichkeit, sondern auch der Frieden in der Familie. Die Eltern von
40 % der befragten Scheidungskinder verstehen sich nach der Scheidung besser als zuvor. Dies stärkt auch das Empfinden einiger Scheidungskinder, welche nach der Scheidung einen besseren Familienzusammenhalt festgestellt haben.

Viele Scheidungskinder wünschen sich nach der Scheidung keine Veränderungen mehr, denn dies, was sie erlebt haben, empfanden sie als unangenehmer Lebensabschnitt. Jedoch ist dies eine sehr gute Erfahrung und hilft dem Scheidungskind bei der weiteren Entwicklung.

Elternschaft kann nicht gekündigt werden. Eltern werden immer Eltern bleiben. Darum verbringe auch genügend Zeit mit dem Elternteil welches nicht mehr bei dir lebt.

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