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Hallo Gleichgesinnte,
Ich bin schon etwas älter. Ich war 17 als der Krieg meiner Eltern angefangen hat. Meine Mutter hat sich von meinem Vater getrennt, sie konnten sich über das Finanzielle nicht einigen. Es wurden Klagebriefe hin und her geschickt, Anwälte waren im Spiel und es gab etliche Gerichtsverfahren. Mein Vater ist ausgezogen, ich und mein Bruder sind mit meiner Mutter in unserem Haus geblieben. Sie war am Boden zerstört, hat nur geheult und ich habe mich verantwortlich für sie gefühlt. Mein Vater kam ab und zu vorbei um meine Mutter zu erpressen. Auch mich hat er erpresst: «Wenn du vor Gericht nicht für mich aussagst, dann...» Einmal bin ich ausgerastet und hatte einen Zusammenbruch, den er gefilmt hat um seinem Anwalt zu zeigen wie schlecht es mir geht wenn ich bei meiner Mutter wohne. Beide Elternteile haben mir Horrorgeschichten vom anderen erzählt, beide hatten eine andere Version. Mein Vater meinte meine Mutter wäre eine Prostituierte und hatte mehrere Liebhaber, meine Mutter meinte mein Vater hätte sie schon mal geschlagen und gewürgt. Beides glaube ich nicht. Verunsichern tut es trotzdem. Sie haben sich nur mit sich beschäftigt und mich und meinen Bruder vollkommen ignoriert. Sie haben uns mit reingezogen, gezwungen Stellung zu nehmen. Beide haben mir zeitgleich vorgeworfen ich sei auf der Seite des anderen. Egal was ich gesagt oder getan habe - es war falsch! Ich konnte nichts richtig machen. Mein Vater hat uns den Geldhahn zugedreht, 2 Monate nach Beginn des Ganzen hatte er eine neue Freundin und zwei Söhne... Sie sind auf mich losgegangen - beide - haben gemeint ich sehe nur zu und unterstütze sie nicht. Ich war hin und hergerissen. Mein Vater hat meinen Lehrern Emails geschrieben in denen er schrieb wie furchtbar meine Mutter doch war und dass man doch Erbarmen mit mir haben sollte... somit wusste die Schule Bescheid und das war mir sehr unangenehm. Mittlerweile mussten meine Mama, ich und mein Bruder in eine kleine Wohnung ziehen... es gibt immer nur Streit. Jetzt wo ich 18 geworden bin, geht der Unterhalt an mich. Mein Vater nutzt das aus, zwingt mich zu einer Unterschrift die zulässt dass er den Unterhalt herabsenkt... Wenn ich das nicht täte würde ich angeklagt werden. Mit 18!!! nebenbei mache ich Matura... ich sag's euch es ist alles unglaublich stressig und das schlimmste ist dass ich mit niemandem drüber reden kann... Meine Freunde verstehen es nicht und haben meine miese Laune satt... Und meine Eltern: ha ha ha. Ich stehe so ziemlich alleine da und leide sehr darunter. Auch wenn das alles ganz schlimm war habe ich daraus gelernt und bin stärker geworden. Nichts wird mich mehr so leicht umhauen. Ich wünsche allen in ähnlicher Situation ganz viel Kraft! Liebe Grüsse!
Pia, Februar 2012


Mein Papa hat meine Mama früher geschlagen. Das finde/fand ich gar nicht gut, aber bei der Kindererziehung (mein 10 Jahre älterer Bruder und ich) war er komplett gegen Gewalt also auch kein Klaps oder ähnliches.
Als mein Papa auszog war ich 5 (glaube ich). Ich hab ihn dann jedes Wochenende gesehen. Das ging auch so bis ich 11 war. Papa hatte eine Freundin gefunden mit der ich mich bis jetzt gut verstehe (bin jetzt 13). Meinem Bruder hat mein Papa erst später von Natalie (seiner Frau) erzählt. Wie nicht anders zu erwarten hat Thomas (mein Bruder) es meiner Mutter sofort erzählt. Ich hab es aus 2 Gründen nicht getan: 1. Meine Mama liebt meinen Papa immer noch & wäre dann mit den Nerven am Ende 2. Ich hatte meinen Pa nicht mehr sehen dürfen.
Meine Ma ist immer noch böse, dass ich ihr das nicht erzählt habe.
Seit jetzt 2 Jahren haben wir immer(!) Stress zuhause. Sie hat mir auch schon gesagt, sie hätte mich lieber als kleines Kind umbringen sollen und schlägt mich.
In dieser zeit bin ich in der Schule von Musterschülerin zur unteren hälfte gewandert. Jetzt hab ich's immer noch sehr schwer, vor allem weil ich gerade am überlegen bin zu meinem Papa und seiner Frau (mit ihrem Sohn in meinem Alter) zu ziehen.
Ich hab schon mal alle meine Sachen gepackt und bin ab zu meinem Papa (ich hab da auch ein eignes Zimmer usw.). Hab da noch einen Zettel gelassen und weg war ich.
Dann hat meine Mama angerufen ich soll auf der Stelle zurück kommen und so was, worauf ich dann meinte «Na wenn du mir so kommst schon mal gar nicht!». Als ich dann Zuhause angekommen bin war das erste was ich von meiner Ma gehört habe «wenn du da noch mal hingehst siehst du mich nie wieder» was für ein Kind was sehr schlimmes ist.
Wir haben nie ein gutes Verhältnis zueinander gehabt und ich war schon immer ein Papa-Kind aber den Stress seit 2 Jahren halte ich nicht mehr aus. Ich hab schon bei dem Auszug von meinem Papa an Selbstmord gedacht (mit 5!!!).
Jetzt will ich zum Jugendamt gehen und mal fragen wie das aussieht, weil meine Ma gerade das alleinige Sorgerecht beantragt & da es noch beide haben ob ich denn dann auch zu meinem Pa ziehen kann. Er hat mir schon oft gesagt er würde mich gerne bei ihm und Natalie wohnen haben, von daher war's auch kein Problem als ich dann auch schon mit gepackten Sachen dahin kam.
Ich will aber nicht nur wegen dem Stress zu meinem Papa ziehen, mir ist klar, dass da auch Alltag sein wird etc. Aber ich darf ihn wegen seiner neuen Frau nicht sehen. Meine Mama verbietet mir das!
Ich vermisse meinen Papa und würde auch wenn es gar nicht anders geht die Schule wechseln. Mit ist klar, dass das ein schwerer Schritt ist aber das ist es mir Wert. Es ist schwer weg zu ziehen und auch wenn ich die Schule wechseln müsste noch mal ganz neu anfangen. Ohne meine ganzen Freunde und meine Cousine, die paar Häuser weiter wohnt, zu der ich ein super gutes Verhältnisse habe leben müsste.
Es wäre schwer aber ich möchte in einer richtigen Familie leben.
Meine Mama wäre enttäuscht aber das bin ich von ihr auch. Welche Mutter schlägt ihr Kind?! Und ich spreche nicht von einem Hand ausrutschen.
Vielleicht wird es ja auch alles gut. Aber die Zeit wird es zeigen...
Sarah, Januar 2012


Bei mir war das damals sehr schlimm: Meine Eltern trennten sich, als ich 9 war. Ich blieb zuerst noch mit meinem Bruder bei meinem Vater. Es ist damals sehr viel passiert, mein Papa hat meine Mutter geschlagen, er war sehr oft genervt wegen seiner Firma damals und hatte eben drei Kinder zu Hause. An uns hat er eigentlich nie seinen Frust ausgelassen, ich glaube, einmal hab ich was auf die Finger bekommen.
Mein Bruder und ich sind ein Jahr nach meiner Mutter bei meinem Vater ausgezogen, seine damalige Freundin hat ihr Töchterchen immer bevorzugt und mich geschlagen und eingesperrt, wenn mein Papa nicht da war. Mein Papa hat mir damals nicht geglaubt... Wir sind dann gegangen, wir hielten es zu Hause nicht mehr aus...
Bei meiner Mutter dann ging die Manipulation los, wir wurden wie Waffen vor Gericht eingesetzt. Unterhalt, Sorgerecht, usw., dafür mussten wir immer wieder aussagen. Gleichzeitig wurde uns eingetrichtert, mein Papa will uns nicht mehr. Bestärkt wurde das durch die Geburt meines kleinen Halbbruders. So hatte ich fast 10 Jahre keinen Kontakt zu meinem Vater. Irgendwann habe ich gedacht, es kann so nicht weitergehen. Als ich den Kontakt wieder hatte und ihn auch nach langer Zeit wieder gesehen, hat es meiner Mutter immer wieder Sticheleien gegeben, er würde es nicht ernst meinen, mich nur benutzen. Irgendwann kam es dann auch zu Lügen und Anfeindungen gegenüber mir. Mir war das gänzlich egal.
Jetzt habe ich eingesehen, dass ich nicht Mutter und Papa haben darf. Meine Mutter verlangte den Kontaktabbruch, getan hab ich es nicht. Mittlerweile bin ich 21, habe letztes Jahr geheiratet und überhaupt keinen Kontakt mehr zu meiner Mutter, auch nicht mehr zu meinen Geschwistern, die auch gegen mich aufgehetzt wurden.
Trotzdem bin ich mittlerweile froh, dass meine Eltern sich haben scheiden lassen und ich verstehe mich auch total gut mit meiner Stiefmutter und es geht mir richtig gut, auch ohne meine Mutter!
Carolin, Januar 2012


Ich war 7 als meine Eltern sich trennten.
Das war vorherzusehen, denn sie haben sich oft gestritten, leider aber hinter dem Rücken von mir und meiner Schwester (2 Jahre jünger als ich). Meine Mutter erzählte mir einmal, als sie und mein Vater sich sehr gestritten hatten und sie nach oben gehen wollte, hätte sie nur 2 kleine Füsse von der obersten Stufe verschwinden sehen - meine Füsse.
Als die Trennung feste Sache war, zog meine Mutter mit mir und meiner Schwester aus, in eine kleine Wohnung in der Nähe meines Vaters. Der hatte nach sehr kurzer Zeit eine neue Freundin, die auch schnell bei ihm einzog. Alle 2 Wochenenden haben wir dann bei ihm und seiner Freundin verbracht, das war auch immer ganz schön. Er hat uns sehr «verwöhnt», was meiner Mutter gar nicht gefiel (vor dem Fernseher essen, etc.). Auch gab es grundsätzlich Stress wegen «kaputten» oder «fehlenden» Klamotten wenn wir wieder nach Hause kamen. Mit der neuen Freundin verstanden wir uns immer gut, sie versuchte nicht, unsere Mutter zu ersetzen und sagte uns das auch. Mein Vater meinte immer: Sie wird immer eure Freundin sein, EGAL was passiert!!
Der Streit zwischen meiner Mutter und meinem Vater ging derweil aber weiter. Unterhalt wurde nicht regelmässig bezahlt, wir wurden grundsätzlich sonntagabends zu spät nach Hause gebracht.
Zu dem Zeitpunkt war ich ein totales Papa-Kind, weil ich mich durch meine Mutter unfair behandelt fühlte (meine Schwester durfte so lange aufbleiben wie ich, so blöde Streitereien. meine Mutter stand hierbei entweder auf der Seite meiner kleinen Schwester oder oft auf KEINER Seite). Deshalb war sie eher ein Mama-Kind.
Mein Vater hat mich damals stark negativ beeinflusst (meine Mutter wäre schlecht und hätte ihn schlecht behandelt und uns auch, ... ), was meine negative Haltung meiner Ma gegenüber natürlich noch verstärkte. Es ging so weit, dass ich sogar zu meinem Vater ziehen wollte. Ich erinnere mich an eine Nacht, in der mein Vater zusammen mit meiner (mittlerweile) Stiefmutter, meiner (Paten-)Tante und ihrem Mann von abends 11 bis morgens um 5 Uhr geredet hat. Das Gespräch bestand fast nur aus «Schlechtreden» über meine Mutter und wie böse und gemein sie doch wäre. Da war ich 12 Jahre alt. Als ich dann zurück nach Hause kam berichtete ich meiner Ma von dem Gespräch und schliesslich standen sogar ein paar Besuche bei einer Psychologin an (Familien-Aufstellungen mit kleinen Figuren, etc.).
Mit der Zeit kam es aber, dass auch meine Schwester einen Papa-Drall entwickelte. Ich hatte mich NIE mit ihr verstanden und tue das bis heute nicht! Deshalb fing ich an, mich mehr an meine Mutter zu wenden. Im Endeffekt hatten meine Schwester und ich die Rollen getauscht, sie wollte zu meinem Pa, ich wollte bei Ma bleiben. Durch dieses Hin- und Her waren die Fronten zwischen meinen Eltern noch verhärteter als vorher.
Ein grosses Problem stellte für mich das Verhalten meines Vaters dar. Immer wenn er mich und meine Schwester zwischendurch mal besucht hat, guckte er traurig wenn er ging. Ich hatte dann immer Mitleid mit ihm und er machte mir (heute denke ich, dass es Absicht war!) ein schlechtes Gewissen. Meine Mutter bemerkte das ziemlich schnell und macht mir klar, dass das nicht in Ordnung sei! Es kam schliesslich zu einem Klärungsgespräch bei der Psychologin zwischen mir und meinem Vater. Das brachte anfangs viel, aber die alten Muster kehrten schnell zurück. Ich wendete mich deshalb immer weiter von meinem Vater ab und wollte auch am Wochenende nicht mehr zu ihm. Wenn er zum Beispiel meine Schwester abholte, guckte er WIEDER traurig und ich hatte WIEDER ein schlechtes Gewissen. Nach 2 Jahren Ehe bekam meine Stiefmutter ein Kind, meinen Halbbruder. Ich hatte mich mittlerweile wieder dazu durchgerungen, am WE zu meinem Vater zu gehen. Nach der Geburt fing aber der Streit zwischen den Beiden an. Das lag auch daran, dass meine Schwester zu meinem Vater gezogen war. Sie und meine Stiefmutter haben sich üBERHAUPT nicht verstanden! Schliesslich zog meine Stiefmutter aus und reichte die Scheidung ein. Danach war es bei meinem Vater kaum noch auszuhalten. Ständig wurde meine Schwester bevorzugt, weil sie ja bei ihm wohnte und ich nicht. Ausserdem fing er an, meine (Ex-)Stiefmutter schlecht zu reden, erzählte Lügengeschichten über sie. Ich bin dann immer aus dem Zimmer gegangen und war sauer auf meinen Pa. Oft habe ich ihm gesagt, dass ich das nicht hören will aber er hat nicht aufgehört!
Einmal sassen wir in seinem Auto und sie rief auf seinem Handy an. Er habe Koffer von ihr im Haus behalten und solle diese wieder hergeben. Das weiss ich, weil mein Vater das Handy auf Lautsprecher gestellt hatte, um mir und meiner Schwester zu zeigen, wie «böse» unsere Ex-Stiefmutter doch ist! Weil ich aber nicht einfach mitten auf der Strasse das Auto verlassen konnte, hielt ich meine Ohren zu. Er fand das lustig und lachte mich sogar aus!
Später (bis heute!) versuchte er mir dann den Kontakt zu meiner Ex-Stiefmutter zu verbieten. Sogar auf der Beerdigung meiner Oma machte er sie schlecht indem er sagte: «Diese ganzen Leute hier wollen NICHTS mit *** zu tun haben! KEINER von denen!»
Da hat es mir gereicht und ich bin die nächsten Wochenenden nicht zu ihm gegangen.
Nach einiger Zeit fing ich aber an, ihn zu vermissen. er ist ja schliesslich mein Vater und ich muss ihn ja lieb haben! Also habe ich einen neuen Anlauf gewagt. Diesen Fehler habe ich bestimmt 5 oder 6 mal gemacht, denn jedes mal, wenn ich wieder bei ihm war, stritten wir uns richtig heftig und es Endete immer damit, dass ich mit knallender Tür das Haus verlies und meine Mutter unter Tränen anrief, und fragte, ob sie mich abholen könnte.
Der Tropfen der das Fass schliesslich zum überlaufen brachte war an Weihnachten. Ich war bereits 14 und meine Mutter und ich waren bei ehemaligen Nachbarn zu Besuch (Sie wohnen fast gegenüber von meinem Vater). Ich wollte aus «Anstand» oder was auch immer rüber gehen und ihm Frohe Weihnachten wünschen. Als ich klingelte, öffnete meine Schwester die Tür und wir gingen nach oben ins Wohnzimmer. Mein Vater lag mit ausdruckslosem Gesicht auf dem Sofa und schenkte mir so gut wie keine Beachtung. Er war zu sehr damit beschäftigt, den Fernseher anzustarren und uns anzumeckern, wenn wir «zu laut» redeten. Meine Geschenke (die ich von ihm mittlerweile nicht wirklich erwartet hatte!) brachte mir dann meine Schwester, mein Vater kümmerte sich nicht darum. Nach einer halben Stunde der Langeweile auf dem Sofa ging ich wieder zurück zu den Nachbarn, wo meine Mutter auf mich wartete. Als ich dort ankam brach ich in Tränen aus, denn mein eigener Vater hat nicht genug Anstand sich an Weihnachten (!) vernünftig mit seinen Kindern zu sprechen und ein bisschen herzlich zu sein!
Seit dem bin ich nie wieder in seinem Haus gewesen & das ist jetzt etwas über 2 Jahre so. Ich brauchte und brauche ihn nicht mehr in meinem Leben.
Der Schock kam, als meine Schwester sich nicht mehr mit meinem Vater verstand. Es gab anscheinend wegen allem Streit und sie wollte unbedingt wieder zurück zu meiner Mutter. Ich war von Anfang an dagegen, denn meine Mutter muss fast den ganzen Tag arbeiten und ich wäre dann mit meiner Schwester alleine. Und das ist NIE gut gegangen. Einmal habe ich meiner Mutter sogar gesagt, dass ich wünschte ich wäre ein Einzelkind.
Es kam aber trotzdem so, dass meine Schwester zu uns zog, jedoch wieder alle 2 Wochenenden zu meinem Vater ging. Für mich war diese Sache bereits gegessen. Nach einem halben Jahr gab es immer mehr Streit zwischen meiner Mutter, mir und meiner Schwester was schliesslich dazu führte, dass sie wieder zurück zu meinem Vater zog. Alle 2 Wochenenden kam sie dann wieder zu mir und meiner Mutter.
Nach ein paar weiteren Monaten fing das Theater wieder an. Sie hatte angeblich nur noch Streit mit meinem Vater, er würde sie nicht verstehen, blabla. Ich war wieder dagegen, dass sie zurück kommt aber meine Ma konnte einfach nicht hart bleiben und ihre Gefühle liessen zu, dass meine Schwester erneut zu uns zog. Es gab allerdings eine Bedingung, denn das ganze Hin und Her war wirklich nervig geworden. Sie musste sich endgültig entscheiden zwischen Mama oder Papa und musste da dann auch bleiben. Da war sie 12 Jahre alt, ich war 15.
Wir stritten uns jeden Tag, vor Allem deshalb, weil sie mich gnadenlos provozierte. Ich kam zu Beispiel von der Schule und wollte meine Hausaufgaben machen, als sie ihre Musik so laut machte, dass es draussen hörbar war. Einmal ging es so weit, dass ich in meinem Zimmer sass, meine Schwester ständig an die Tür klopfte (ohne einen Grund, wie beim «Klingelstreich») und ich schliesslich öffnete um sie zum Aufhören zu bringen. Sie schlug dann aber absichtlich meine Tür zu während mein Arm daran lehnte und er wurde heftig eingeklemmt.
Als dann vor ungefähr einem Jahr der Hund meines Vaters starb, wollte meine Schwester für ein paar Tage zu meinem Vater gehen um ein wenig zu «trauern». 3 Tage vor ihrem 13. Geburtstag ging sie zu ihm und kam nicht am abgesprochenen Tag (1 Woche später) wieder zurück. Seit dem ist sie nicht wieder bei meiner Mutter und mir im Haus gewesen. Ihre Sachen haben wir in Tüten gestopft (ihr Zimmer war schlimmer als ein Saustall, dreckig und stinkend, denn sie ist teilweise mit den gleichen Klamotten reiten, zur Schule und schlafen gegangen oder hat 3 Wochen nicht geduscht!) und als sie ihre Sachen holen wollte, standen nur die Tüten mit sämtlichem Dreck da.
Ein Problem ist jetzt aber, dass mein Vater und meine Schwester Lügen verbreiten. Sie stellen meine Mutter als die «Böse» dar, sagen, sie hätte mich dazu gezwungen und mich beeinflusst, den Kontakt zu meinem Vater abzubrechen (was TOTALER QUATSCH ist!).
Jeden Feiertag, egal ob Ostern, Geburtstag, Weihnachten, Silvester, steht mein Vater vor der Tür und bringt mir mit einem auffallend traurigen Blick ein Geschenk vorbei. Ich habe auch mehrere Nachrichten von meiner Schwester bekommen, ich solle mich mal melden und nicht auf das hören, was meine Ma mir angeblich eintrichtert. Dabei ist es meine EIGENE Entscheidung gewesen, den Kontakt abzubrechen!
Und auch mein Vater lässt mich einfach nicht in Ruhe...
Anonym, Januar 2012


Ich war noch nicht mal 3 Jahre alt, als sich meine Eltern getrennt haben... und zwar genau in den Weihnachtsfeiertagen. Und um ehrlich zu sein, leide ich nicht direkt wegen der Scheidung, sondern der Nachwirkungen. Denn meine Mutter hat mich und meinen Bruder, der ein Jahr älter ist als ich, mit zu ihrem neuen Freund genommen. Ich denke, er war einer der Hauptgründe für die Scheidung. Meine beiden anderen Geschwister (damals 10 und 16) blieben bei meinem Vater. Wir lebten also zu viert in einer schönen Wohnung in der Stadt und wir konnten unseren Vater immer nur alle 2 Wochen am Wochenende besuchen.
Und die Folgen, die daraus entstanden, sind für mich eindeutig: Ich kenne meine beiden anderen Geschwister kaum. Ich hatte damals keinen Kontakt zu ihnen, eben bis auf die 2 Tage alle 2 Wochen, und auch jetzt noch, 12 Jahre danach, spreche ich kaum noch mit ihnen...
Zu meinem Vater habe ich jetzt eine sehr gute Beziehung: Wir fahren oft ins Kino oder zu Konzerten, schreiben miteinander, reden auch über Probleme. Von meiner Mutter dagegen fühlte und fühle ich mich immer allein gelassen. Nie interessiert sie sich, wie es mir geht, wie es in der Schule läuft, oder ob ich Probleme habe. Sie hat ihren Freund inzwischen geheiratet und ich habe noch eine kleine Schwester bekommen. Sie ist dieses Jahr 3 geworden.
Meine Mutter und mein Vater reden eigentlich nie miteinander, was mich noch zusätzlich belastet, denn ich muss immer den übermittler spielen (mein Bruder hält sich da raus und lässt alles mich machen). Zum Beispiel, wenn mein Vater mal an einem Wochenende, bei dem wir eigentlich bei ihm wären, mal nicht kann, weil er was anderes vor hat, dann muss ich das unserer Mutter sagen. Sie schnauzt mich dann immer an, was ihm einfällt, einfach so das zu entscheiden. Ich bekomme dann den ganzen ärger ab...und um meinem Vater das zu ersparen, erzähle ich ihm dann alles in «abgeschwächter» Form. Ich glaube, er weiss gar nichts davon, dass mich das so dermassen runterzieht.
Das Problem ist wirklich, dass ich wirklich zwischen ihnen stehe. Wer den Song «Lisa» von den Wise Guys kennt, der kann vielleicht verstehen, wie ich mich oft fühle. Hinzu kommt, dass ich mich hier völlig abseits vom Familiengeschehen fühle. Es ist so, als ob ich manchmal gar nicht hier bin. Denn keiner interessiert sich hier für mich. Ob schulische Leistungen oder etwas anderes - es wird weder anerkannt, noch sonst irgendetwas. Es ist, als ob ich denen einfach schei*egal bin. Meine Gefühle interessieren einfach niemanden. Und so etwas wie Liebe bekommt nur meine kleine Schwester zu spüren. Versteht mich nicht falsch, ich liebe die kleine von ganzem Herzen, aber seitdem sie auf der Welt ist, bin ich nur noch Luft für meine Mutter und meinen Stiefvater. Man bekommt weder ein «Bitte» noch ein «Danke» zu hören, sondern immer nur: «Tu dies, tu das!». Ich glaube, die letzte Umarmung, die ich von meiner Mutter bekommen habe, liegt schon wieder 4 Jahre zurück.
Und mit meinem Stiefvater habe ich ständig Stress. Das einzig Wirksame gegen ihn, ist zu sagen, dass er nicht mein Vater ist und mir somit nichts zu sagen hat. Doch irgendwie kann das alles nicht so weiter gehen...
Ich hoffe, dass ich hier bald verschwinden kann...
Crepsley, November 2011


Hei alle zusammen. Jeder hat seine eigene Geschichte mit der er fertig werden muss. Bei einigen ist sie schon fast zu Ende, bei anderen fängt sie erst an. Meine Geschichte hat mich jedoch eingeholt. Meine Eltern haben sich vor 5 Jahren getrennt und sich vor 4 Jahren geschieden, da war ich 12. Ich begriff die Situation gar nicht wirklich und habe immer alles aufgeschoben, meine Gefühle versteckt und mich wahrscheinlich total verändert. Jetzt steck ich in der Lehre und bin von zu Hause in eine kleine Wohnung gezogen, da der Arbeitsweg zu weit ist.
Mich hat die Vergangenheit eingeholt. Ich breche jedes Mal wenn ich nach «Hause» komme zusammen und weine. Dann muss ich abends wieder Arbeiten gehen und habe überhaupt keine Lust. Ich werfe mir jeden Tag die Fragen an den Kopf: Wie wäre mein Leben verlaufen wenn das ganze nicht passiert wäre? Was für ein Mensch wäre ich dann?
Ich brauche den Kontakt zu Menschen um mich abzulenken, doch durch meine Arbeitszeiten ist es schwierig in einer neuen Stadt Kontakt zu finden.
Manchmal möchte ich einfach wissen was das Leben noch für mich bereitstellt oder warum ausgerechnet ich das Ganze erleben muss.
Serena, November 2011


Ich war 14, als sich meine Eltern trennten. Sie haben sich monatelang und ziemlich heftig gestritten. An einem Tag nahm uns meine Mutter zur Seite, sie sagte sie müsse mit uns reden. Sie erklärte dann, dass wir in einigen Wochen aus der Wohnung ausziehen würden. Mein Vater wollte uns die Wohnung nicht überlassen, denn schliesslich wollte sich ja meine Mutter von ihm trennen. Meine Eltern regelten, dass wir selber entscheiden können, wann und wie häufig wir unseren Vater sehen würden. Während dieser Zeit sprachen beide Eltern schlecht übereinander, aber mit uns sprachen sie nicht über die Trennung. Nach der Trennung brachen sie den Kontakt völlig miteinander ab. Ich sah meinen Vater etwa 3-4 Mal im Jahr. Er war jedes Mal sehr wütend und voller Hass und machte mir indirekt Vorwürfe. Ich war seine Klagemauer. Meine Mutter hat sich nicht dafür interessiert, wie unsere Treffen abliefen. Diese Zeit war sehr schlimm. Heute habe ich eine distanzierte Beziehung zu meinen Eltern, die so tun wie wenn das alles doch gar nicht so schlimm gewesen war. Meine Mutter: «Alle Kinder sind traurig, wenn sich Ihre Eltern scheiden lassen.» Heute bin ich Erwachsen und leide immer noch. Meine Eltern können sich das gar nicht vorstellen, sie haben wohl beide das Gefühl dass sie die Opfer waren. Das ist für mich fast das Schlimmste.
Anonym, Oktober 2011


Meine Eltern haben sich zusammen entschieden, dass es für beide besser wäre, sich zu trennen, da sie sich einfach nicht mehr lieben würden. Das war, als ich 10 Jahre alt war und gerade auf die weiterführende Schule kommen sollte.
Es fing damit an, dass mein Vater immer weniger zu Hause war und auch nicht mehr zu den all sonntäglichen Mittagsessen, bei den Eltern mütterlicherseits mitkam. Ich hörte sie über mich reden und diskutieren und verschloss meine Augen vor der Wahrheit. In meiner Familie würde so etwas nicht passieren! Doch es kam der Tag, an dem meine Mutter mich zur Seite genommen hat und mir alles 'gebeichtet' hat. Ich weiss nicht einmal mehr, wie ich es aufgenommen habe, nur, dass ich mir stundenlang die Augen aus dem Kopf weinte. Danach habe ich mich normal verhalten; als wäre absolut nichts anders. Ich denke sogar, dass es von mir erwarten worden ist.
Wir sind umgezogen, nicht weit weg und doch weit genug, um mich zu verunsichern. Ich war nicht mehr vollständig glücklich, das wusste ich. Mehr gestand ich mir allerdings nicht ein; konnte es nicht.
Es war mehr als eine Veränderung. Eine Wohnung, anstatt eines Hauses, ein fremder Mann, der mein 'neuer Vater' werden sollte, an Stelle meines richtigen Vaters usw. Und keiner, der mich verstehen konnte. Es lebten immerhin alle in 'intakten' Familien, ausserdem sprach man über solche Sachen nicht. Ich schämte mich.
Dann das Problem mit dem Geld, das nicht mehr da war. Nur noch das Nötigste. Meine Mutter schaffte es (natürlich) nicht, alles zu verbergen. Wir hatten Geldsorgen und mein Vater nicht. Es folgten Beschimpfungen usw.
Ich denke, meine Mutter wollte mich auf keine Seite ziehen, aber sie hat es geschafft. Ich landete auf meiner eigenen, da ich niemandem sonst mehr vertrauen konnte.
In den ersten drei Jahren nach der Scheidung schlief ich alle zwei Wochenenden bei meinem Vater. Danach nur noch einmal im Monat. Und jetzt, sechs Jahre nach der Scheidung, hat es sich auf die wichtigsten Feiertage, wie Weihnachten und Ostern, beschränkt.
Ich merke, dass ich neidisch bin. Auf Familien, die zusammen in den Urlaub fahren oder so simple Dinge, wie eine Umarmung, wenn man ins Bett geht.
Meine Mutter und ich haben nicht das beste Verhältnis zueinander, es wurde zu sehr belastet.
Mein Vater kümmert sich nicht um mich, da ihm seine 'neue' Familie - Frau, Kinder, Hund - wichtiger geworden sind.
Meine Mutter schläft jede zweite Nacht bei ihrem Freund.
Und obwohl ich den Schritt aus dem Eheleben verstehen kann, da es besser ist, als ein Leben lang unglücklich zu sein, hätte ich mir mehr Verständnis gewünscht. Ich habe das Gefühl, dass es als Selbstverständlich empfunden wurde, das Thema war abgehakt.
Meine Mutter hat sich immer gut um mich gekümmert, das kann ich nicht bestreiten, aber sie kann mich nicht verstehen. Sie weiss nicht, wie es ist, seinen leiblichen Vater zu verlieren, obwohl man das einzige Kind ist...
Ich muss zugeben, dass ich mit der Situation noch immer nicht umgehen kann - und wahrscheinlich nie werde. Nur, dass mein(e) Kind(er), in einem anderen Umfeld aufwachsen sollen bzw. dürfen.
Und dann ist da ja immer noch die Frage: «Bin ich Schuld?»
Katharina, Mai 2011


Ich war ca. 13, als meine Eltern sich trennten. Mein Vater war fast immer nur im Ausland auf Dienstreisen, verdiente gutes Geld, meine Mutter sass zuhause mit uns alleine, hat immer für und zurückgesteckt, wenig Freunde oder Hobbys gehabt, während mein Vater es sich gut gehen lies. Sie haben sich so oft deshalb gestritten, gegenseitig warfen sie sich ausserdem vor, fremdgegangen zu sein und so weiter. Anfangs war ich einfach nur schockiert und traurig und wütend auf meine Mutter. Ich habe meinen Vater durch die ganzen Dienstreisen ja eigentlich sowieso nur äusserst selten gesehen und nie eine richtige Vater-Kind-Beziehung zu ihm aufbauen können & nun wollte meine Mutter mir meinen Vater auch noch ganz wegnehmen und sich Scheiden lassen? Das konnte ich damals nicht verstehen. Heute ist es anders. Mir wird immer klarer, wie sehr sie unter der damaligen Situation gelitten haben muss. Seit 2,5 Jahren hat sie nun einen neuen Freund und ist sogar von ihm schwanger, ich glaube, dass sie jetzt endlich glücklich ist, was mich auch sehr freut. Meinen Vater habe ich seit über 2 Jahren nicht mehr gesehen, meine Mutter kommuniziert lediglich über Anwälte mir ihm, einzig mein Bruder besucht ihn in den Ferien und hat noch Kontakt zu ihm. Mein Vater hat ebenfalls eine neue Freundin. Nach der Scheidung hat mir mein Vater sehr gefehlt. Bis heute ist es für mich so, als ob ich nie einen Vater gehabt hätte und ich muss gestehen, dass er mir fehlt. Ich denke so oft an ihn und an unsere wenigen gemeinsamen Momente als Familie. Oft wünsche ich mir, dass alles wieder gut würde und wir die Zeit zurückdrehen könnten. Ich leide bis heute sehr darunter, auch wenn ich mittlerweile fast 18 Jahre alt bin. Mir fällt es schwer eine Beziehung zu führen. Es fühlt sich irgendwie nicht richtig an. Es fühlt sich an, als ob ich nicht lieben könnte, weil ich nie gelernt habe, was Liebe eigentlich ist. Selbst in meinen Erinnerungen kann ich mich an keine Situation erinnern, in der sich meine Eltern mal geküsst oder umarmt haben, da ist immer nur Streit gewesen. Ich habe Angst Beziehungen zu führen und enttäuscht zu werden. Andererseits sehne ich mich wieder danach. Ausserdem habe ich eine Essstörung entwickelt und bin depressiv. Daran gebe ich vor allem der Scheidung die Schuld. Ich verstehe nicht, dass Eltern sich einfach so scheiden lassen dürfen. Warum haben sie dann erst Kinder bekommen? Sie haben Verantwortung für ihre Kinder und zwar gemeinsam. Und dann trennen sie sich und zerstören damit ganze Kindheiten. Und leider bin ich ja auch nicht die Einzige, die sich deshalb so schlecht fühlt und die andere - meist psychische- Krankheiten entwickelt.
A. S., April 2011


Ich war 8 als sich meine Eltern getrennt haben. An dem Tag an dem ich und meine 3 Geschwister erfahren haben dass unser Vater ausziehen würde, ging für mich die Welt unter. Ich nichts davon mitbekommen das meine Mutter und mein Vater irgendwie Probleme hatten. Es gab einen richtigen Rosenkrieg, meine Eltern haben sich nur noch gestritten. Jetzt bin ich 15 und meine Eltern streiten heute sogar manchmal noch!! =( Meine Mutter möchte nicht das ich meinen Vater besuche und mein Vater hetzt mich gegen meine Mutter auf!! Sie benehmen sich schlimmer als zwei Kleinkinder!!
Florence, März 2010


Vor etwas mehr als einem Jahr, in der letzten Woche der Sommerferien habe mir meine Eltern gesagt das sie sich trennen werden. Meinen Mutter hat geweint und mein Vater war auch den Tränen nah, natürlich haben sie mir auch den üblichen Scheiss gesagt wie: Wir lieben dich trotzdem, du hast uns noch Beide, nur halt getrennt...
Ich hab so etwas schon geahnt da mein Vater in den Monaten immer weniger zu Hause war, angeblich im Fitnessstudio.
Mich hat es aber trotzdem ziemlich hart getroffen und weil meine Eltern gesehen haben wie «traurig» ich war haben sie lange geredet und sie haben gesagt dass sie versuchen es noch einmal.
Tja jetzt ist ein Jahr vergangen und es hat nichts gebracht. Wir sind wieder am gleichen Punkt angekommen, meine Eltern leben nur noch zusammen bis meine Mutter ihre Ausbildung beendet hat.
Es ist die Hölle!!!
Es zerreisst mich innerlich und mir ist fast immer übel wenn ich sehe wie schlecht es meiner Mutter geht da sie unter sehr hohem Druck steht, und naja nur mich hat. Sie weint fast jeden Tag, doch das macht es nicht besser es tut nur Weh.
Meine Vater versucht die heile Welt zu machen und erfüllt mir jeden Wunsch, er sagt zu allem «ja». Er redet nicht mit mir, aber ich bin froh, dass er es nicht tut, denn ich will so wenig Zeit möglich mit meine Eltern verbringen.
Dieses Jahr bin ich nicht mehr so traurig mehr SAUER!
ES soll nur aufhören, der Schmerz, die Angst.
Wenigstens hab ich eine Freundin der ich alles erzählen kann, ich weiss nicht was ich ohne sie tun würde.
Magdi, Dezember 2010


Meine Eltern stritten sich lange Zeit lautstark und auch vor mir und meiner Schwester. Für meine ältere Schwester muss es sehr schlimm gewesen sein, ich war etwa drei Jahre alt und deswegen erinnere ich mich nur an wenige Situationen. Dafür erinnere ich mich umso besser an das Gefühl, welches ich damals und heute noch habe. Das Gefühl ist hilflos, traurig und doch wütend auf meine Mutter und meinen Vater. Irgendwann zog mein Vater aus, er wohnte jedoch nur etwa drei Gehminuten entfernt. Ein Jahr lang kam er jeden Abend zu uns und erzählte uns die immer gleiche Gutenachtgeschichte. Er sagte uns immer wie lieb er und meine Mutter uns hätten. Das half mir natürlich auch. Meine Mutter sagte immer schlechte Dinge über meinen Vater und doch ich wollte ihn nach wie vor sehen. Als ich in die Pubertät kam, hatte ich vermehrt Streit mit meinen Eltern und meiner Schwester. Lange Zeit kam ich weder mit meinem Vater noch mit meiner Schwester klar. Meine Eltern konnten und können nicht miteinander sprechen, obwohl sie schon lang getrennt sind. Heute fühle ich mich immer noch hin und hergerissen zu wem ich wann stehen soll. Es ist sehr schwierig, vor allem weil ich mit der Freundin meines Vaters, welche bei ihm wohnt, klar komme. So zog ich erst von meiner Mutter zu meinem Vater und dann zu meinem Freund. Es nervt mich, dass das Geld immer eine Zentrale Rolle spielt.
Zara, November 2010


Wieso schreibe ich gerade heute hier und jetzt diese Zeilen? Vielleicht weil heute ein besonderer Tag ist, weil heute mein Geburtstag ist, der 6. nach der Scheidung meiner Eltern.
Sollte man an diesem Tag nicht glücklich sein?
Für mich sind Tage wie dieser und auch Weihnachten die schlimmsten im ganzen Jahr. Vor fast 4 Jahren habe ich das «Hoffen» aufgegeben- das ER sich meldet. Er tut es bis heute nicht. Ausgelöscht aus dem Kopf meines eigenen Vaters.
Ich war damals fast 18 Glücklicherweise!! Aber wer glaubt mit dem Alter steckt man das besser weg... der täuscht sich... ..es kam alles so plötzlich obwohl man immer wieder merkte, dass es gekriselt hat zwischen meinen Eltern doch an eine Scheidung daran habe ich bis dahin nie gedacht. Meine Mutter ging in eine Kur, war lange krank und dort lernte sie einen anderen Menschen kennen. Die Scheidung wurde eingereicht. Mein Vater zog aus unserem gemeinsamen Haus was wir erst vor einem Jahr bezugsfertig gemacht hatten aus. Nahm alles mit: Tv, etc. Meine Mum und ich sassen dort und zogen wenige Tage auch von dort zurück in die Gegend wo ich aufgewachsen war.
Das Schlimme war nicht der Umzug - das schlimme waren die Erinnerungen die an allen Sachen hingen - wohl war das der Grund warum man viele Dinge einfach zurück liess.
Die Scheidung wurde zur Schlammschlacht... bis heute... erst versuchte mein Vater meine Mum «übers Ohr zu hauen» heute da muss man per Gericht vorgehen um einen Cent von ihm Unterhalt zu bekommen.
Wie kann das eigene Fleisch und Blut seiner einzigen Tochter das Leben so zur Hölle machen? Keinen Unterhalt zahlen, den Kontakt abbrechen, so tun als würde es einen nicht geben. Was man dann immer wieder hört «Erinnerungen». Klar weckt es Erinnerungen wenn man in die Augen seiner Tochter sieht - man denkt an früher zurück. Doch macht sich dieser Mensch Gedanken wie es in einer nun 23 jährigen Tochter zugeht? Ich muss sagen, dass mich die Zeit nach der Scheidung meiner Eltern für später sehr geprägt hat. Positiv als auch negativ. Mein Leben hat eine ganz andere Wendung bekommen, wofür ich auch dankbar bin.
Trotzdem gerade an Tagen wie diesen, da ist es schwer zu verstehen wie man mit seinem eigenen Fleisch und Blut so umgehen kann. Es ist mir ein Rätsel. Vielleicht werde ich später wenn ich meine eigene Familie habe wieder Feste wie dieses, ohne Magenschmerzen feiern können. Und meinen Kindern einmal das bieten, was mir all die letzten Jahre so sehr gefehlt hat. Geborgenheit, Liebe, Zuverlässigkeit und das Gefühl das man immer ankommen kann wenn etwas ist. ...über eines habe ich mir jedenfalls schon Gedanken gemacht. Man müsste mal ein Buch darüber schreiben, denn es gibt mehr Menschen als man denkt, die damit zu kämpfen haben. Vielleicht kann es ein Rat an die Menschen sein. Vielleicht.
Jenny, Oktober 2010


Als ich 11 Jahre alt war, fing ich an das ganz wahrzunehmen, es tat mir sehr weh. Dass ganze ging 2 Jahre, diese Jahren waren für mich eine richtige Qual! Eine Familie hatte ich damals nie... Mein Vater war andersweit beschäftig, mit Fussball schauen oder einen neuen Töff kaufen... In dieser Zeit hatte ich herausgefunden dass meine Mutter heimlich einen Freund hatte. Es war schrecklich für mich wenn ich wusste sie telefoniert mit ihm oder geht zu ihm nach Hause... Ich hatte Angst das sie mich in Stich lässt, wegen ihm! Und in dieser Zeit hasste ich mich selber, wie viel Mal wünschte ich mir sie liessen sich endlich Scheiden aber es ging noch mal ein schreckliches Jahr.
Karin, Juli 2010


Ich habe angefangen meine Eltern zu hassen, da war ich noch im Kindergarten.
Immer als es Streit gab, habe ich mich gefreut; denn ich wollte, dass mein Vater endlich auszieht.
Er ist paar Mal ausgezogen. Aber immer wiedergekommen - SCHADE!
Als er dann endgültig auszog, war ich 19. Etwas spät. Aber ich war froh. Nicht nur war ich ihn los, er hatte meine Mutter auch zum Leiden gebracht und ich hatte sie auch! Es hat mir Spass gemacht diese Frau Leiden zu sehen.
Dann mein Vater ich wäre ich für die Trennung mitverantwortlich. Das find' ich doch schön. Was für ein wundervolles Komplement!!
Jetzt muss ich manchmal bis 1 Uhr Nachts lernen/arbeiten, worüber sich andere aufregen. Ich nicht. Denn ich arbeite lieber bis 4 Uhr Nachts, als dass ich meine Eltern sehe.
G., Juni 2010


ich war damals 13 als sich meine Eltern scheiden liessen. Für meine Brüder war es ganz normal doch ich war fassungslos. Das schlimme war für mich, dass keiner mit mir redete, ich fühlte mich allein gelassen. Nach ein paar Monaten fand mein Papa eine Neue und bei meiner Mutter war es genauso, danach zog ich mit meiner Mutter zu ihrem ,,Schatz». Ich war wütend und traurig. Neue Schule neue Stadt und das Schlimmste ich hatte jetzt 2 neue Geschwister.
Steffi, Juni 2010


Ich war etwa drei Jahre alt, als sich meine Eltern scheiden liessen. Ich kann mich kaum dran erinnern, ich weiss nur noch von einem Streit, bei dem mein Vater Teller zerschmissen und meine Mutter geweint hat.
Meine Schwester war neun und ich glaube für sie war es schlimmer als für mich. Ihre Schulleistungen wurden viel schlechter. Anfangs war sie auf dem Gymnasium, am Ende auf der Hauptschule.
Wir lebten jahrelang mit unserer Mutter und wir besuchten fast nie unseren Vater. Ich vermisste meinen Vater auch nicht sonderlich. Er hat sich nach der Scheidung immer nur für die schlechten Zeugnisse meiner Schwester interessiert und sie runter gemacht, was letzten Endes auch mir wehgetan hat, obwohl er meine guten Noten lobte und grosszügig über meine schlechte Sportnote hinwegsah.
Er rief immer zu meinem Geburtstag an und gratulierte mir.
Im zweiten Halbjahr 2008 wurde ich dann depressiv, ich ritzte und wollte mich umbringen. Zum Glück bin ich zum Arzt gegangen, der mich zu einer Psychologin schickte, mit der ich entschied, dass ich eine stationäre Behandlung wollte. Elf Wochen war ich in der Klinik und mein Vater wusste davon, aber nie hat er sich nach mir erkundigt!
Ich war aus der Klinik raus und mir ging es wieder einigermassen gut. Dann kam mein dreizehnter Geburtstag. Es war der erste, an dem er mir nicht angerufen hat. Seitdem mache ich mir immer mehr Gedanken über ihn. Ich frag mich, ob er mich wegen meiner psychischen Erkrankung für verrückt hält oder so (er hält nicht viel von Psychologen und Psychiatern, wäre ich nicht selbst zur Psychologin gegangen, hätte er zustimmen müssen, wegen gemeinsamen Sorgerecht). Ich habe jetzt festgestellt, dass mir etwas fehlt. Ich glaube er ist es.
Ich habe gestern einen Brief an ihn geschrieben und ihm davon erzählt. Ich hoffe, dass er mir antwortet, und mir sagt, dass er mich liebt.
Anonym, Mai 2010


Ich war 8 oder 9 als meine Eltern sich trennten! Meine mutter konnte einfach nicht mehr, denn mein Vater hat uns auch geschlagen und nur immer dumm über meine Mutter geredet. Er war nie dankbar. Er schrie fast nur immer und am Tisch durfte man kein Wort sagen. Ich hatte grosse Angst. Dann als meine Mutter sich trennte zogen wir, also meine ältere schwester, meine Mutter und ich in Mutters Elternhaus welches etwa 50m weitweg von meinem Vater lag. Er kam zu uns, bedrohte meine Mutter, er werde uns alle ermorden und so. Meine Schwester und ich bekamen das heimlich mit als wir ein Geschrei hörten und die treppe runterblickten. Wir hatten grosse Angst. Aber ich - die jüngste - hatte doch Kontakt zu ihm bis jetzt obwohl ich eigentlich Angst vor ihm habe. Ich denke bis heute, dass ich nur zu ihm gehe damit er meine Familie in Ruhe läasst. Und das mache ich jetzt schon seit 5 Jahren so. Ich binn jetzt 14 Jahre alt. Die Scheidung ist noch nicht durch. Ich habe Unterstützung von einer Sozialpädagogin, sie hilft mir und sie versteht mich. Es ist eine schwierige Zeit für mich. Jetzt da alles wieder ins Rollen kommt. Ich hoffe es ist bald vorbei.
Meine Schwester will nichts mehr von meinem Vater wissen, was ich auch ganz gut verstehe. Aber ICH ich kann mir selber nicht erklären was ich will. Ich bräuchte ihn nicht, ich könnte auch ohne ihn leben. Aber ich weiss manchmal einfach nicht was tun.
Wir alle litten unter ihm, er hat uns so viel seelischen Schmerz zugefügt.
Meine Mutter hat mal zu mir gesagt ob ich mich noch erinnern kann wie ich draussen vor dem Haus manchmal geweint habe. Ich verneinte. Darauf erklärte sie dass ich immer gesagt habe: "Warum Mami, warum hast du diesen bösen Mann geheiratet?!"
Ich kann mich noch gut erinnern: Wenn wir weinten drohte er uns mit einem Bambusstock und sagte, dass wenn wir nicht ruhig sind schlägt er uns. Bis heute fällt es mir schwer zu weinen da ich früher die Tränen auch meistens unterdrückt habe. :( Ich freue mich auf den Tag an dem alles vorbei ist wenn der Tag kommt werde ich euch berichten wie es gelaufen ist.
Marina E.


Die Scheidung meiner Eltern hat vieles geändert. Ich fühlte mich verantwortlich für meine kleine Schwester, die damals gerade mal fünf Jahre alt war. Ich versuchte so oft es geht, eine Ersatzmutter für sie zu sein, bis sie begonnen hat, mir selber "Mami" zu sagen. Zu diesem Zeitpunkt merkte ich nicht, was ich für eine Aufgabe auf mich nahm - freiwillig? - jedoch hat mir niemand gesagt, was ich da alles mache. Mir war es unbewusst. Vielleicht half es mir selber, die Zeit nach dem Auszug von Pappi zu überstehen. Mit erstaunlich wenig Tränen bin ich nun ein paar Jahre älter geworden.
Zurückblickend kann ich nicht sagen, dass die Scheidung nur Negatives mit sich bringt. Klar, die Eltern leben nicht mehr zusammen, sie streiten sich überall wo es nur geht, sie benehmen sich schlimmer als kleine Kinder, sie nehmen ihre eigenen Kinder als übermittler von Nachrichten um ein gegenseitiges Kommunizieren überhaupt möglich machen zu lassen und sie erscheinen nicht mehr zusammen an schulischen oder sonstigen Anlässen der Kinder. Das positive an der Scheidung bemerkt man vielleicht gar nicht oder bezieht es nicht darauf.
Ich denke, ich bin selbständiger geworden, komm mit Problemen besser klar, kann Verantwortung übernehmen und gehe stärker an Konflikte ran.
Vor fünf Jahren hätte ich alles getan, dass mein Vater wieder bei uns wohnt und meine Eltern sich gut verstehen. Heute komm ich gut klar mit der Situation und hab mich daran gewöhnt, meinen Vater nicht mehr so oft zu sehen. Der ständige Streit zwischen meinen Eltern ist massiv zurückgegangen, was bei einem längeren Zusammenleben sicher nicht der Fall gewesen wäre.
D. M.


Ich war 12 Jahre alt und allein mit meinen Vater zu Hause, als er mit einer bepackten Tasche zu mir in das Wohnzimmer kam und mir mitteilte, er werde ausziehen. Das hat er dann auch getan und mich völlig im Schock in der Wohnung allein gelassen. Meine Mutter war auf der Arbeit und wusste nichts davon. Als sie durch mich davon erfuhr, drehte sie fast durch. Wie mir damals zumute war, weiss ich nicht mehr. Vielleicht will ich mich auch gar nicht mehr daran erinnern, weil es sehr weh tat. Meine Mutter informierte daraufhin natürlich auch den Klassenlehrer von der "neuen" familiären Lage. Schliesslich hatte mein Vater damals gleich noch das ganze Konto geplündert und uns regelrecht auf dem Trockenen sitzen gelassen. Mein Klassenlehrer kümmerte dies allerdings wenig. Das Einzige, um was er sich kümmerte, war meiner Mutter mitzuteilen, dass meine Noten schlechter geworden waren. Dass daran die familiäre Situation schuld war, interessierte ihn nicht. Vielmehr sorgte er dafür, mir wegen der schlechten Noten das Leben noch etwas schwerer zu machen.. Kurze Zeit darauf mussten wir aufgrund es leeren Kontos Sozialhilfe beziehen, was für uns sehr demütigend war. Ich habe mir damals geschworen, alles zu tun, um nie zum Sozialfall zu werden oder von irgend jemanden finanziell abhängig zu sein! Nach der Mittelschule habe ich die Handelsschule besucht und dank einer freundlichen und hilfsbereiten Juristin eine Praktikumsstelle in einer Versicherung bekommen. Dort konnte ich dann auch nach dem Abschluss bleiben und mich beruflich weiter entwickeln. In der Zwischenzeit bin ich Sekretärin, habe einen Auslandsaufenthalt hinter mir, ein eigenes Auto und eine zusätzliche Kaderausbildung absolviert. Alles alleine bezahlt! Auch meiner Mutter geht es in der Zwischenzeit wieder sehr gut. Meinen Vater sehe ich nicht mehr. Obwohl er damals vom Gericht einmal pro Woche das Besuchsrecht erhielt, weigerte ich mich bereits nach dem zweiten Mal ihn nochmals zu sehen. Er benutze nämlich die Besuchstage um meine Mutter schlecht zu machen. Das hing mir dann aus.
M. C.


Es ist schon viele Jahre her, da wurden meine Brüder, Schwestern und ich an den Tisch zitiert. Mein Vater sagte, dass er ausziehen wird. Für mich war dies ein riesen Schock! Von den Streitereien habe ich nichts mitbekommen, ausser, wenn ich Nachts nicht schlafen konnte und die beiden beim Streiten erwischte. Für meine Geschwister war es - glaube ich - schlimmer, sie haben ja nichts davon gemerkt.
Jedes zweite Wochenende durften wir zu unserem Vater. Ich freute mich immer 2 Wochen lang auf dieses Wochenende. Wir haben Ausflüge mit ihm gemacht und er hat uns vieles erlaubt was wir bei unserer Mutter nicht durften.
Eines Tages verliebte sich mein Vater. Und ab dann war das Leben als Scheidungskind definitiv nicht mehr schön. Seine Freundin war so eifersüchtig, dass er keinen Kontakt mehr mit unserer Mutter haben durfte und meine Eltern sich dann auch scheiden lassen mussten.
Als sich das langsam gelegt hat (Jahre später), ist er mit ihr zusammengezogen. Die ganze Wohnung ist voll mit ihren Sachen und sie ist auch immer dort. Jetzt fühle ich mich nicht mehr wohl bei ihm, was ich sehr schade finde. Er ist doch mein Vater.
H. A.


Ich heisse Isabelle und habe noch eine Schwester. Als sich meine Eltern trennten, habe ich das zunächst nicht so richtig wahrgenommen. Ich dachte, dass dies nur eine vorübergehende Phase ist, was sich dann später als falsch erwiesen hat. Leider!
Ich glaubte fest daran, dass mein Vater wieder zu uns ziehen wird (meine Eltern waren ja noch nicht geschieden, sondern nur getrennt). Das hat er jedoch nicht getan. Und als mir meine Mutter verkündete, sie werde sich von meinem Vater scheiden lassen, ist für mich meine kleine heile Welt in einem kleinen Augenzwinkern zusammengerochen. In diesem Moment empfand ich nur noch Hass auf meine Eltern, besonders auf meine Mutter, da sie diejenige war, welche sich hat scheiden lassen wollen. Für mich war die Scheidung absolut nicht verständlich! Meine kleine Schwester war noch zu klein, um überhaupt etwas zu verstehen.
Während dieser Scheidungszeit hat mich dann aber vor allem mein Vater zu Verständnis gebracht. Er sagte mir immer wieder, dass sich er und meine Mutter zu sehr auseinander gelebt haben und sich so eine Zukunft der Beziehung nicht mehr vorstellen konnten.
Wenn ich heute zurück blicke, dann bin ich sogar froh, dass sie sich geschieden haben. Sie kommen jetzt auf freundschaftlicher Basis super zurecht und ich bin glücklich.
Isabelle



Ich war 9 und so wirklich überraschend kam die Scheidung nicht. Meine Eltern haben sich im Vorfeld schon viel gestritten.
Während der gesamten Phase der Scheidung wohnte mein Vater noch in einem einzelnen Zimmer bei uns in der Wohnung, da er zu diesem Zeitpunkt keine Wohnung hatte.
Ich fand das toll. So war er wenigstens immer da und es war fast so wie immer.
Nur dann fand er eine Wohnung und auch die Scheidung vollzog sich.
Im Gericht wurde mir die Frage gestellt bei wem ich wohnen möchte. Ich sagte bei meiner Mutter.
Diese Zeit war furchtbar traurig, weil es vorbei war mit den üblichen Familienausflügen, an die ich mich nach wie vor so gerne zurückerinnere. Und auch den damiligen Lebensabschnittspartner meiner Mutter "akzeptierte" ich so gut es ging. Und auch mein Vater hatte eine neue Freundin gefunden. Für beide Elternteile kam nun das neue Glück. Doch was war mit mir und meiner grossen Schwester. Für sie war es bereits die 2 Scheidung und sie hatte meinen Vater als ihren eigenen Vater angenommen.
Wir beide hatten grosse Probleme mit dem neuen Mann in dem Leben unserer Mutter. So ist vieles auseinander gebrochen.
Wir entfernten uns von unserer Mutter und auch unseren Vater haben wir nicht oft gesehen..
Für mich war der schrecklichste Augenblick bzw. die schrecklichste Folge der Scheidung die, dass erst der Kontakt von meiner Schwester zu unserer Mutter abgebrochen ist und später dann der Kontakt von meinem Vater zu meiner Mutter (aufgrund von Problemen bei der Unterhaltszahlung) Ich entschied mich nämlich dazu nicht mit meiner Mutter in die Pfalz zu ihrem neuen Lebenspartner zu ziehen, sondern in meiner Heimatstadt zu bleiben und dort bei meinem Vater zu wohnen.
Durch diesen Abbruch des Kontakts wurden meine Geburtstage in den letzten 4 Jahren getrennt gefeiert und nicht mehr in einer Familie. Und das tat und tut immer noch schrecklich weh.
Trotz der Scheidung gibt es nur Stress zwischen meinen Eltern. Vorrausgesetzt sie sprechen miteinander. Da frag ich mich doch...warum haben die sich überhaupt scheiden lassen!!!
Denise



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